Volles Haar – Jahr für Jahr

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Gene, Hormone, Stress oder Nährstoffmangel: Übermäßiger Haarausfall,
medizinisch Alopezie, kann verschiedene Ursachen haben.

Sie wärmen den Kopf, schützen vor UV-Strahlen und machen sogar Leute: Unsere Haare sind Ausdruck unserer Persönlichkeit und gelten als Symbol für Attraktivität und Schönheit. Neben der Haut ist es außerdem auch das Haar, das einen ersten Eindruck unseres Gesundheitszustands vermittelt. Da verwundert es nicht, dass wir übermäßigen Haarausfall als belastend empfinden. Die Rede ist aber – leider – nicht von unseren rund 5 Millionen Körperhaaren, sondern vom Haupthaar, von dem wir als Brünette und Schwarzhaarige rund um die 100.000, als blonde Menschen bis zu 150.000 und als Rothaarige etwa 85.000 bis 90.000 auf dem Kopf tragen.

Beim täglichen Bürsten verlieren wir gut 100 bis 150 unserer „Hornfäden“, das lässt sich leicht verschmerzen. Immerhin handelt es sich dabei zumeist um Haar-Oldies: Bis zu 7 Jahre kann ein einzelnes Haar alt werden, bevor es ausfällt und durch ein neues ersetzt wird. Als krankhaft gilt der Haarausfall erst, wenn über 6 bis 8 Wochen deutlich mehr Haare ausfallen. Abgesehen vom erblich bedingten Haarausfall, der androgenetischen Alopezie, kommen auch andere Ursachen in Frage.

Nährstofffreunde und Hormonfeinde

Sehen wir uns zunächst das Haarwachstum an. Der Lebenszyklus eines Haares ist in 3 Phasen gegliedert: die Wachstumsphase (Anagenphase), die ca. 2–10 Jahre dauert, gefolgt von der bis zu 14-tägigen Übergangsphase (Katagenphase) und zum Abschluss die 3–8 Monate anhaltende Ruhephase (Telogenphase). Eine gesunde Haarwurzel durchläuft diesen Zyklus bis zu 10 Mal. Der Großteil unserer Kopfhaare befindet sich in der Wachstumsphase und wächst täglich etwa 1/3mm bzw. 1cm pro Monat. In der Katagenphase stoppt das Wachstum, das Haar wird nicht länger mit Nährstoffen versorgt und fällt nach der Ruhephase aus, um die Haarwurzel frei für ein neues Haar
zu machen.

Stichwort sind die Nährstoffe: Fehlen uns B Vitamine oder Spurenelemente wie Eisen und Zink, kann das den Haarausfall begünstigen. Das ist auch zum Teil die Ursache des hormonell bedingten Haarverlusts nach den Wechseljahren: Gifte und Säuren werden nicht mehr mit der Menstruation ausgeschieden, sondern müssen permanent verstoffwechselt werden. Dazu braucht es Mineralstoffe – die dann bei der Versorgung der Haare fehlen. Gleichzeitig produzieren die Eierstöcke weniger haarwuchssteigerndes Östrogen, die männlichen Hormone (Androgene) gewinnen die Überhand, hemmen das Haarwachstum und schädigen die Wurzeln. Dass die Haarfollikel veranlagungsbedingt empfindlich auf Testosteron und Co. reagieren, sorgt bei Männern oft schon im frühen Erwachsenenalter für Geheimratsecken, die kreisförmige Platte auf dem Scheitel namens Tonsur oder eine Glatze.

Wie eine Pflanze, braucht auch das Haar Nährstoffe um zu wachsen.

Neben hormonellen Schwankungen, z.B. nach der Geburt eines Kindes oder durch eine Hormonersatztherapie, gelten auch Pilzinfektionen, Schwermetallbelastung, Schilddrüsendysbalance sowie psychischer Stress als häufige Ursachen für Haarausfall. Denn unter Stress schränkt unser Körper alle nicht lebensnotwendigen Funktionen ein. Haarausfall kann jedoch auch krankheitsbedingt auftreten, etwa als Nachwirkung einer Covid-19-Infektion oder als kreisrunder Haarausfall, Alopecia areata, der vermutlich durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst wird. In diesen Fällen sollten wir uns ohnehin in ärztliche Behandlung begeben.

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